AN DER SAALE HELLEM STRANDE – Ein Kulturhaus erzählt

Online-Filmseminar mit dem Regisseur und Produzenten Peter Goedel. Leitung: Dr. Margit Riedel (LMU/Lehrstuhl für Deutschdidaktik) am Mittwoch, 3. Juni 2020 (Filmgespräch: 18.30-19.45 Uhr)

(Deutschland 2010) Dokumentarfilm von Peter Goedel und Helga Storck über das „Haus der Freundschaft“, das Klubhaus der ehemaligen Buna-Werke in Schkopau bei Halle an der Saale. Es wurde 1953 gegründet, als das erste der staatlich organisierten Kulturhäuser in der ehemaligen DDR zur Vermittlung von „Kultur für Werktätige“.

 

 

 

 

Zur Person Peter Goedel: Geboren in Torgau/Elbe. Aufgewachsen in der DDR, in den frühen fünfziger Jahren in Halle/Saale, ab 1956 dann in Potsdam. 1961 Flucht in den Westen. Nach dem Abitur Studium der Literatur- und Theaterwissenschaften in Stuttgart, der Kunstgeschichte und Philosophie in Köln und München. Anschließend als Dramaturg und Regie-Assistent an verschiedenen Theatern. Erste Inszenierungen (Brecht, Arrabal). Ab 1972 Regie-Assistenzen bei Film- und Fernsehproduktionen. Ab 1974 Filme fürs Fernsehen in eigener Regie. Freier Mitarbeiter, Autor und Regisseur vor allem für WDR, HR und BR, Kultur- und Filmredaktionen. Diverse Filme meist auf dem dokumentarischen Gebiet, aber auch Fernsehspiele, Radiofeatures und Hörspiele. 1978 Gründung der Peter Goedel Filmproduktion. Zumeist Filme über kulturelle Themen, diese reichen von der Geschichte der Bleistift-Dynastie Faber-Castell über Porträts berühmter Schriftsteller wie Elias Canetti bis hin zu Literaturverfilmungen (W. Koeppen, P. Highsmith). 1980 die erste Arbeit für das Kino mit dem Dokumentarfilm TALENTPROBE. Nationale und internationale Auszeichnungen, u.a. den Deutschen Filmpreis für DAS TREIBHAUS (1988) nach dem Roman von Wolfgang Koeppen, den Grand Prize für den besten Film beim Internationalen Filmfestival in Figueira da Foz (Portugal) und den Gold Award in der Kategorie Kinodokumentarfilm beim WorldFest Houston, Texas für TANGER -Legende einer Stadt (1999). Preis der Stadt München „LiteraVision“ (2001) für das beste Autorenporträt, ein Film über die Kriminalschriftstellerin Magdalen Nabb. Nominierung für den Deutschen Kamerapreis 2003 für einen Film über den marokkanischen Schriftsteller Tahar Ben Jelloun. Diverse Festivalteilnahmen und Veranstaltungen für Goethe-Institute. Mitglied in verschiedenen Jurys (u. a. Europäischer Filmpreis, Bayerischer Dokumentar-filmpreis DER JUNGE LÖWE Der neue Heimatfilm, Freistadt).

Altersempfehlung: ab 14 Jahre (ab 9. /10. Klasse)

Themen: Deutsche Geschichte, DDR-Geschichte, sozialistische Bildungs- und Kulturpolitik in der ehemaligen DDR, kulturelle Bildung;

Unterrichtsfächer: Deutsch, Geschichte, Sozialkunde/Gemeinschaftskunde, Ethik;

 

Weiterführende Links:

Infos zum Film: www.goedelfilm.de

Infos zum Film vom Filmverleih: www.basisfilm.de

Filmtrailer: www.youtube.com

„Das Kulturwunder“ – Die Ausstellung nach dem Film: www.kulturwunder-ausstellung.de

Infos zum „Haus der Freundschaft“ (mit Bildern von heute): https://saalekreis.im-bild.org

Infos zu „Kulturhäusern in sozialistischen Staaten“: https://de.wikipedia.org

Infos zur Kulturpolitik der ehemaligen DDR:

Bildung und Kultur in der DDR Kultur im Wiederaufbau (1950er Jahre) www.bpb.de „Erklärtes Ziel der SED war es, in der von ihr diktatorisch gestalteten Gesellschaft der DDR einen neuen, „sozialistischen Menschen“ zu entwickeln. Diese sich als Utopie herausstellende Vorstellung gründete sich auf die marxistische Gesellschaftstheorie. Diese Idealvorstellung wurde in das Leitbild der „allseitig entwickelten sozialistischen Persönlichkeit“ gefaßt.

Die DDR-Kunst im Kontext von Geschichte, Politik und Gesellschaft www.bpb.de  „Kunst wurde in der offiziellen Kulturpolitik des Arbeiter- und Bauernstaats DDR als „symbolische Lösung“ gesellschaftlicher Widersprüche angesehen. Sie hatte marxistisch-leninistisches Geschichtsverständnis zu illustrieren und diente der moralischen, politischen und ästhetischen Erziehung der Bevölkerung.

Kulturbetrieb fürs Arbeitskollektiv https://de.wikipedia.org .“ Ein bevorzugter Wirkungsraum für Kulturvermittlung im offiziell so bezeichneten Arbeiter- und Bauernstaat DDR waren die betrieblichen Einrichtungen der diversen Produktions- und Dienstleistungsstandorte des Landes. Einen besonderen Akzent diesbezüglich setzte auf dem V. Parteitag der SED im Juli 1958 Walter Ulbricht mit der Parole, ‚die Trennung zwischen Kunst und Leben, die Entfremdung zwischen Künstler und Volk‘ zu überwinden. Die in Staat und Wirtschaft bereits herrschende Arbeiterklasse müsse nun auch ‚die Höhen der Kultur stürmen und von ihnen Besitz ergreifen.‘ …Vom antifaschistischen Kulturbund zum Bitterfelder Weg „Bereits unmittelbar nach dem Kriegsende stellte die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) in ihrer Besatzungszone die Weichen für ein neues Kulturleben. Vorgesehen war zunächst die Überwindung und Ablösung der NS-Relikte durch ein Bündnis von Antifaschisten und bürgerlicher Intelligenz. Per Verordnung der SMAD vom 13. Mai 1945 wurden „verdiente Gelehrte, Ingenieure, Kultur- und Kunstschaffende „bei der Lebensmittelversorgung auf Karten mit „Schwerarbeitern und Arbeitern in gesundheitlichen Betrieben“ gleichgestellt. …

Der Bitterfelder Weg https://de.wikipedia.org „Der Bitterfelder Weg sollte in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) eine neue programmatische Entwicklung der sozialistischen Kulturpolitik einläuten und den Weg zu einer eigenständigen „sozialistischen Nationalkultur“ weisen. Diese sollte den „wachsenden künstlerisch-ästhetischen Bedürfnissen der Werktätigen“ entgegenkommen.“ -> Landesinstitut für Schulqualität und Lehrerbildung /Sachsen-Anhalt („Leben in zwei Bezirken“ 1952-1990 Das heutige Sachsen-Anhalt in der DDR) https://web.archive.org

Kulturhaus in Bitterfeldhttps://de.wikipedia.org

Artikel 18 der Verfassung der DDR (1968www.documentarchiv.de (1) Die sozialistischen Nationalkultur gehört zu den Grundlagen der sozialistischen Gesellschaft. Die Deutsche Demokratische Republik fördert und schützt die sozialistische Kultur, die dem Frieden, dem Humanismus und der Entwicklung der sozialistischen Menschengemeinschaft dient. Sie bekämpft die imperialistische Unkultur, die der psychologischen Kriegführung und der Herabwürdigung des Menschen dient. Die sozialistische Gesellschaft fördert das kulturvolle Leben der Werktätigen, pflegt alle humanistischen Werte der nationalen Kulturerbes und der Weltkultur und entwickelt die sozialistische Nationalkultur als Sache des ganzen Volkes. (2) Die Förderung der Künste, der künstlerischen Interessen und Fähigkeiten aller Werktätigen und die Verbreitung künstlerischer Werke und Leistungen sind Obliegenheiten des Staates und aller gesellschaftlichen Kräfte. Das künstlerische Schaffen beruht auf einer engen Verbindung der Kulturschaffenden mit dem Leben des Volkes. (3) Körperkultur, Sport und Touristik als Elemente der sozialistischen Kultur dienen der allseitigen körperlichen und geistigen Entwicklung der Bürger.

 

Booklet zur DVD mit weiteren Informationen: AN DER SAALE HELLEM STRANDE (Booklet DVD)

 

Weitere Informationen und Anmeldung (Lehrerfortbildung): info@treffpunkt-filmkultur.de

 

 

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