Kurzfilme aus dem HFF-Seminar CLOSE UP

Kinoworkshop in der HFF München mit Annelie Boros und Marina Hufnagel. Die beiden Filmemacherinnen zeigen ihre Filme, die im HFF-Seminar CLOSE UP entstanden sind: die Hochschule wählt ein Land aus und Studierende können dort einen journalistischen Kurzfilm realisieren. Mit einer Einführung von Michael Wolf (HFF) zur Hochschule für Fernsehen und Film. (Donnerstag, 21. Juni 2018, 13.30-16.30 Uhr)

  • FUCK WHITE TEARS (2016) 25 Min.; Buch, Regie, Kamera, Schnitt: Annelie Boros; Co-Regie und Ton: Gisela Carbajal Rodriguez; Produktion: HFF München; Produktionsleiter: Julian Anselmino, Lazola Solani; Starter-Filmpreis der Landeshauptstadt München 2017;

Annelie Boros zum Film: „Ich komme nach Kapstadt, um einen Film über die Studentendemonstrationen zu machen. Dort werde ich von den Studierenden zurückgewiesen: Sie wollen nicht, dass ich als Weiße einen Film über die schwarze Protestbewegung mache. Ich will verstehen, warum. Ein Film über einen Film, den ich nicht machen kann, weil ich weiß bin, und über jahrhundertealte Grenzen und Machtverhältnisse in Südafrika 20 Jahre nach der Apartheid.“ (Quelle: www.annelieboros.com)

  • KRIEG IM FRIEDEN (2017, 20 Min.) Regie u. Kamera: Marina Hufnagel; Produktionsleitung: Andreas Günther; Projektleitung: Prof. Claus Richter, Madeleine Müller; Beim DOK.fest 2018 lief der Film im Rahmen der Veranstaltung CLOSE-UP: Eine filmische Reise nach Israel und Palästina“ anlässlich des 70. Jahrestages der Staatsgründung Israels.

Marina Hufnagel setzt sich mit kritischen Stimmen zum israelischen Militär auseinander – und mit der Kritik an der Kritik. In den vergangenen 50 Jahren ist Israel ein besetztes Land. Doch statt sich daran zu beteiligen, verweigern manche Israelis den Kriegsdienst. Andere suchen nach Wegen, das Schweigen zu brechen und die Wahrheit zu berichten, über das, was in den besetzten Gebieten passiert – verbunden mit der Hoffnung, Lösungen für einen Frieden in der Region zu finden. (Quelle: www.dokfest-muenchen.de)

Zur Person: Annelie Boros, 1991 geboren in München, studiert seit 2012 an der HFF München Dokumentarfilmregie. Ihre Kurzdokumentarfilme MARS CLOSER (2015, 16 Min.), FUCK WHITE TEARS (2016, 25 Min.) und F32.2 (2017, 40 Min.) erhielten große Aufmerksamkeit auf internationalen Festivals, wie Visions du Réel Nyon, DOK Leipzig, DOK.fest München, CPH:DOX Kopenhagen u.v.m. und gewannen zahlreiche Preise, wie den Young Eyes Film Award beim DOK Leipzig für F32.2 oder den Starter Filmpreis der Stadt München für FUCK WHITE TEARS. 2017 gründete Annelie Boros gemeinsam mit Vera Maria Brückner ihre Produktionsfirma Frankly Films und produzierte damit Brückners letzten Kurzspielfilm. Gerade arbeitet Boros an ihrem Abschlussfilm, welcher zugleich ihr Spielfilmdebüt sein wird.

Zur Person: Marina Hufnagel, 1988 geboren in Gießen. Während ihres Ethnologie-Studiums an der LMU München realisierte sie Filmprojekte in Uganda, Wien und München. Es folgten berufliche Erfahrungen am Goethe Institut Madagascar und beim Internationalen Kurzfilmfestival und Kurzfilmverleih interfilm Berlin. Seit 2013 studiert sie Dokumentarfilm und Fernsehjournalismus an der HFF München. Bisherige Filme: ROTE ERDE (2010) Regie HD, Uganda, ERNTEFAKTOR 0 (2011) Setrunner HD, Österreich, KIKI UND DIE STARKEN MÄNNER (2011) Regie HD, München, WARTEN AUF DANI (2012) Regie HD, Österreich; ALS MARIA MÜLLER IHR LEBEN VERLOR (2013) Regie 16mm, Regensburg; ZUKUNFT IM HEILIGEN LAND (2017) Kamera; SHALOM ROSSIJA (2017) Kamera; PUAAS ERBE (2017) Kamera; KRIEG IM FRIEDEN (2017, 20 Min.) Regie, Israel;

Zur Hochschule für Fernsehen und Film München: Gegründet wurde die HFF 1966 und bezog 2011 den Neubau im Münchner Kunstareal, mit Film- und TV-Studios, einem eigenen Postproduktionstrakt, einer Bibliothek und drei Kinos.

Starter-Filmpreis der Landeshauptstadt München – Die Landeshauptstadt München vergibt jährlich drei mit jeweils 6000 Euro dotierte Starter-Filmpreise für künstlerisch herausragende Filme insbesondere von jungen, noch nicht etablierten Münchner Filmemacher/innen, die in ihrer Arbeit einen kreativen Umgang mit dem Medium und stilistische Innovationsmomente erkennen lassen.

Starter-Filmpreis der Landeshauptstadt München 2017 für Annelie Boros (FUCK WHITE TEARS) – Begründung der Jury: „Du kommst hier her und schießt mit der Kamera auf uns wie auf Tiere.“ Die Filmemacherin ist in Kapstadt, Südafrika, um einen Film über die Studentendemonstrationen dort zu machen. Doch die Menschen vor ihrer Linse begegnen ihr mit Wut und Ablehnung. Sie wollen nicht, dass sie als Weiße einen Film über ihre schwarze Protestbewegung macht.

Anstatt diesen Konflikt auszusparen und starr ihr ursprüngliches Vorhaben durchzuziehen, macht Annelie Boros ihn zum Gegenstand ihrer Erzählung. Sie versucht, zu ergründen, wovon diese heftigen Reaktionen herrühren. Auf diesem Wege gewinnt sie die Bereitschaft einiger Menschen, vor ihre Kamera zu treten und ihre Situation, ihre Ansichten zu erklären. Wir erfahren nicht nur etwas über die Lage der Protestierenden, sondern darüber hinaus über jahrhundertealte Grenzen und Machtverhältnisse in Südafrika zwanzig Jahre nach der Apartheid. ‚Fuck White Tears‘ erzählt mit den klassischen Mitteln der Fernsehreportage und doch ist das Ergebnis weit mehr als das. Annelie Boros hält sich nicht heraus, versteckt sich nicht in der Draufsicht, sondern hinterfragt ihre eigene Verantwortung in diesem System. Indem sie uns als Zuschauer/innen daran teilhaben lässt, lädt sie uns dazu ein, unsere eigene Haltung kritisch zu betrachten und regt eine Diskussion an, die auch lange nach Sichtung des Films noch weiter gehen wird.“

DOK.fest München 2018 / DOK.forum – Veranstaltung am 9. Mai 2018: CLOSE-UP: Eine filmische Reise nach Israel und Palästina

2018 feiert Israel den 70. Jahrestag der Staatsgründung. Seither ist das Land nie zur Ruhe gekommen. Kriege, Aufstände, Terror und gescheiterte Friedensprozesse prägen seine Geschichte. Jede Reise führt in den emotional aufgeladenen israelisch-palästinensischen Konflikt, der den Beobachter.innen, zumal den deutschen, ambivalenten Eindrücken und Erfahrungen aussetzt.
Close up – das sind sechs filmische Nahaufnahmen:

DEAD NEIGHBOURHOOD? von Pius Neumaier
ZUKUNFT IM HEILIGEN LAND von Michael Urs Reber
KRIEG IM FRIEDEN von Marina Hufnagel
SHALOM ROSSIJA von Daria Kuschev
DER FALL ELOR ASARIA von Korbinian Kalleder
PUUAS ERBE von Andreas Günther

Produktionsleitung: Andreas Günther
Projektleitung: Prof. Claus Richter, Madeleine Müller
Assistenz: Anna Falkenberg

Weitere Informationen: www.dokfest-muenchen.de

Links:

LHM -Starter Filmpreis: www.muenchen.de
HFF – CLOSE UP Israel: www.hff-muc.de
HFF: www.hff-muenchen.de
www.muenchenarchitektur.com

Flyer: KW.HFF (21.06.2018)

Anmeldung: info@treffpunkt-filmkultur.de

Eintrittspreis: 4 Euro für Schüler; Ort: Hochschule für Fernsehen und Film München, Bernd-Eichinger-Platz 1; MVV: Tram 27/28; Bus 100;