Vom KINDERFILM zum BUCH – Vom KINDERBUCH zum FILM

– Lehrerfortbildung und Werkstattgespräch zum Film LIPPELS TRAUM mit Ulrich Limmer und Paul Maar bei der SchulKinowoche Bayern – in Kooperation mit der LMU München (Lehrstuhl für Deutschdidaktik)

Kindheit heute ist Medienkindheit, in der gute Kinderfilme genauso benötigt werden wie gute Kinderbücher. Viele Kinder lernen Literatur heutzutage nicht mehr allein über das Buch, sondern vor allem auch über Kino- und Fernsehfilme kennen. Dies gilt für Märchen gleichermaßen wie für andere Kinderbuchstoffe.

Die Fortbildung zeigt verschiedene Möglichkeiten für Grundschulen und Sek I auf, wie Literatur über Filme vermittelt und erlebbar gemacht werden kann. Neben praxisorientierten Unterrichtsideen und -materialien sowie allgemeinen Anregungen für die Vor- und Nachbereitung des gemeinsamen Kinobesuchs, fokussiert die Fortbildung die aktuelle Verfilmung von Paul Maars Kinderbuch LIPPELS TRAUM (empfohlen für den Unterricht in  3.-6. Klassen). Am konkreten Filmbeispiel wird das notwendige methodisch-didaktisches Handwerkszeug für den sinnvollen und kreativen Umgang mit verfilmter Kinderliteratur im Unterricht exemplarisch vermittelt. (Veranstalter: Katrin Miller, Schulkinowoche Bayern)

Erster Teil – Konzept Dr. Margit Riedel, LMU München, Lehrstuhl Deutschdidaktik:

Didaktische Überlegungen zum Wecken von Fiktionalitäts- bzw. Medialitätsbewusstsein bei Kindern
1. Einführung/ Problemstellung: Erfahrungen mit mangelndem Fiktionalitätsbewusstsein / Vermischung von medialer und realer Welt
2. Zur Entwicklung von Fiktionalitäts- bzw. Medialitätsbewusstsein (Piaget, Groeben, Rosebrock) als wichtiger Baustein der Medienkompetenz
3. Vorstellung des Jugendkinoprojekts von Treffpunkt Filmkultur im ARRI Kino zur Förderung der Medienkompetenz
4. Vom Buch zum Film oder vom Film zum Buch??
Verschiedene Möglichkeiten eines medienintegrativen Unterrichts
Mögliche Beispiele:
„Wo die wilden Kerle wohnen“ Bilderbuch (Vorlesen und Beamer), Monsterpuppen/ Stabpuppen oder eigene Verfilmung – Film (2. Klasse)/ Trailer
„Die Perlmutterfarbe“ Verfilmung einer Szene mit Schülern
Vergleich dreier verschiedener Verfilmungen von „Der kleine Vampir“
„Der Räuber Hotzenplotz“
„Das Sams“
„Lippels Traum“ (LMU Material, Material Hohentanner (GS Haimhauser Straße) und Filmheft von Vision Kino bzw. von Stiftung Lesen – beide zum Download unter: www.lippels-traum.de)

Zweiter Teil – Konzept Paul Maar und Ulrich Limmer:

LIPPELS TRAUM – vom Buch zum Drehbuch zu den Dreharbeiten „Ich lese eine Passage aus dem Buch vor, anschließend lesen wir aus dem Drehbuch die erste Fassung dieser Passage vor, die wir verworfen haben, dann die Endfassung. Dann zeigen wir Bilder von der Motivsuche in Marokko, bei der wir den Schauplatz für diese Szene gefunden haben. Uli liest dann den Dispositionsplan für diesen Tag vor, damit man begreift, welche Massen von Menschen (Filmcrew und Statisten) dazu koordiniert werden mussten. Dann zeigt Uli, wie wir den Schauplatz, die orientalische Stadt, digital ergänzt haben und führt einige Entwürfe des Filmarchitekten vor, im Vergleich zum endgültigen Ergebnis. Dann den Rohschnitt dieser Szene, anschließend den Feinschnitt noch ohne Filmmusik und schließlich zum Vergleich die selbe Szene noch mal, diesmal aber mit der unterlegten Musik. Anschließend unterhalten wir uns mit den Lehrern und erörtern etwa, was im Film anders ist als im Buch und weshalb das so ist.“

Über Paul Maar:
Paul Maar ist einer der bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Kinderbuchautoren und der wahre „Papa“ des frechen Fabelwesens Sams, das sich in den vergangenen 35 Jahren (der erste Teil erschien 1973) zu Maars erfolgreichster Arbeit entwickelt hat. Nach einem Studium der Malerei und Kunstgeschichte in Stuttgart war Paul Maar einige Jahre als Kunsterzieher tätig. Nur wenige Autoren sind so vielseitig wie Paul Maar. Seine Kindertheaterstücke gehören zu den meistgespielten im deutschen Sprachraum. Er illustriert seine Bücher selbst und entwirft darüber hinaus Bühnenbilder und Bildergeschichten für Zeitschriften, verfasst Hörspiele sowie Fernseh- und Filmdrehbücher.

Seine Werke wurden in mehr als 30 Sprachen übersetzt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der Gebrüder-Grimm-Preis, der Friedrich-Rückert-Preis und der E.T.A. Hoffmann Preis. Im Frühjahr 2003 wurde ihm der Deutsche Buchpreis in der Katgeorie Kinder- und Jugendbuch für seinen fünften „Sams“-Band verliehen. Gleich zwei Mal erhielt er den Deutschen Jugendliteraturpreis: 1988 für „Türme“ und 1996 wurde er mit dem Sonderpreis für sein Gesamtwerk geehrt.

Über Ulrich Limmer
Ulrich Limmer lernte seinen Beruf als Produzent und Autor an der Hochschule für Film- und Fernsehen in München. Ausgehend von dieser Ausbildung und einer langjährigen Berufserfahrung hat sich dabei sein ganz persönliches Arbeitskonzept entwickelt, dass Drehbuch und Produktion möglichst in Personalunion vereinigt werden. Gemeinsam mit Paul Maar schrieb er nicht nur das Filmdrehbuch zu LIPPELS TRAUM, sondern auch zu DAS SAMS, SAMS IN GEFAHR und HERR BELLO, die er als Produzent auch alle mit seiner Firma, collina Filmproduktion, realisierte.

Für seine Arbeiten wurde Ulrich Limmer mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet: u.a. mit dem Bayerischen Filmpreis für RENNSCHWEIN RUDI RÜSSEL und das SAMS IN GEFAHR, mit zwei Deutschen Filmpreisen für SCHTONK! und DAS SAMS, den Kindermedienpreis München 2006 und den Preis für den besten Kinderfilm beim Moskauer Filmfestival 2006 für RÄUBER HOTZENPLOTZ sowie einer Golden Globe- und einer Oscar-Nominierung, ebenfalls für SCHTONK!

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