MENSCHLICHES VERSAGEN

– mit dem Regisseur Michael Verhoeven

Deutschland 2007/2008, Dokumentarfilm; 91 Min.; FSK: 12; Regie: Michael Verhoeven; Drehbuch: Luise Lindermair, Michael Verhoeven; Kamera: Britta Becker; Schnitt: Gabriele Kröber; Ton: Markus Stoffel, Sören Blüthgen; Musik: Sami Hammi; mit: Hubert Engelbrecht, Jutta Fleckenstein, Christiane Picard, Bernhard Grau, u.a.; Produktion: Sentana Film, WDR, BR, SWR; Produzent: Michael Verhoeven; Preise: Jewish Film Festival Berlin, Jerusalem International Film Festival;

Zum Film: Die so genannte „Arisierung“ im faschistischen Deutschland zählt unbestritten zu den größten Raubzügen des 20. Jahrhunderts. Trotzdem wird das Thema konsequent totgeschwiegen. Denn es war nicht die Gestapo, die in jüdische Häuser und Wohnungen einbrach, um den gesamten Besitz zu beschlagnahmen, sondern deutsche Finanzbeamte. Größere Wertgegenstände gingen an die Behörden, der Rest wurde in „Versteigerungen aus nichtarischem Besitz“ an die Nachbarn verteilt. Michael Verhoeven begibt sich in seiner erschütternden Dokumentation auf Spurensuche zu den Anfängen der Enteignung der Juden in Deutschland. (Quelle: www.arthaus.de)

Empfohlen für Schüler ab der 9. Klasse

Zur Person: Michael Verhoeven wurde am 13. Juli 1938 in Berlin als Sohn des Schauspielers und Regisseurs Paul Verhoeven und der Schauspielerin Doris Kiesow geboren. Seine Schwester Lis, die später Mario Adorf heiratete, ist ebenfalls Schauspielerin und Regisseurin. Verhoeven selbst stand das erste Mal mit 13 Jahren in dem Theaterstück Pünktchen und Anton auf der Bühne. Seine erste Filmrolle spielte er ebenfalls in einer Kästner-Adaption: „Das fliegende Klassenzimmer“ (1954). Seine erste eigene Regiearbeit am Theater war 1962 am legendären Tübinger Zimmertheater: Die Verspätung von Wolfgang Hildesheimer. Weitere Regiearbeiten folgten in den 70-er Jahren an den Münchner Kammerspielen (Brecht, Horvath), dem Theater in der Josefstadt, Wien und am Schillertheater Berlin. Michael Verhoeven entschied sich zunächst für den Arztberuf,  daneben arbeitete er als Schauspieler weiter und begegnete bei Dreharbeiten seiner großen Liebe Senta Berger. Sie heirateten 1966 und gründeten gemeinsam die Sentana Filmproduktion. Kaum ein anderer hat so konsequent und direkt wie er immer wieder politische Themen auf die Leinwand gebracht und sich dabei vor allem mit der Geschichte des Nationalsozialismus auseinandergesetzt. Seine Filme haben wiederholt Diskussionen oder sogar Skandale ausgelöst. Mit „O.K.“ sprengte er 1970 den Wettbewerb der Berlinale. Mit „Die weiße Rose“ (1982) drehte er den ersten großen Film über Widerstandskämpfer im Dritten Reich. „Das schreckliche Mädchen“ wurde 1991 für einen Oscar als bester ausländischer Film nominiert. Michael Verhoeven ist Mitbegründer der Deutschen Filmakademie. Er hat zahlreiche Filmpreise und politische Auszeichnungen erhalten.

Links:

Filminformationen: www.filmportal.de   www.arthaus.de

Informationen zum Thema Arisierung: www.dhm.de  www.chbeck.de

Informationen zum Thema Nationalsozialismus /Zweiter Weltkrieg /Holocaust: www.bpb.de  www.dhm.de  www.zukunft-braucht-erinnerung.de

NS-Dokumentationszentrum München: www.ns-dokumentationszentrum-muenchen.de

„Nationalsozialismus in München“ www.zeit.de www.merkur-online.de

Orte des NS-Terrors in München: www.memoryloops.net

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