DIE LETZTEN JAHRE DER KINDHEIT

– mit dem Regisseur Norbert Kückelmann

BRD 1979, 105 Min., FSK: ab 12, Spielfilm; Regie: Norbert Kückelmann; Kamera: Jürgen Jürges; Schnitt: Jane Seitz; Musik: Markus Urchs; mit: Gerhard Gundel (Martin Sonntag), Karl Obermaier (Vater Sonntag), Ernst Hannwawald (Capo), u.a.; Produktion: FFAT, Filmverlag der Autoren, ZDF; Preise: 1980 – Deutscher Filmpreis (in Gold und Silber); Preis der ökumenischen Jury (Internationales Filmfestival in Locarno);

Inhalt: Nach einem authentischen Fall inszenierte der Münchner Anwalt und Filme-macher Norbert Kückelmann seine Anklage gegen den unflexiblen, bürokratischen Umgang der Behörden mit extremen Außenseiter-Schicksalen. Schon mit sieben Jahren wird Martin Sonntag aus „Klein-Chicago“ zum ersten Mal aktenkundig, als er einen Automaten aufbricht. Entsprechend kann er noch nicht dafür belangt werden. Mit dreizehn Jahren kommt er nach schwerem Diebstahl in ein Erziehungsheim, aus dem er immer wieder ausbricht. Ein Therapeut kann Vertrauen zu ihm aufbauen, doch dem Jugendamt sind dessen Methoden zu aufwendig. Nach erneuter Flucht wird der nun strafmündige Martin sofort in Untersuchungshaft genommen. Dort erhängt er sich in seiner Zelle, kurz nach seinem 14. Geburtstag.

Zur Person: Der Münchner Norbert Kückelmann hat vor seiner filmischen Arbeit eine Jurastudium abgeschlossen, seine Filmthemen orientieren sich an Berufserfahrungen. Bereits während der Referendarzeit schreibt er Filmkritiken für den Rundfunk und veröffentlicht erste Hörspiele. 1965 gründet er mit Alexander Kluge und Hans Rolf Strobel das Kuratorium „Junger Deutscher Film“. 1972/73 dreht er – neben seiner Anwaltsarbeit – den ersten Spielfilm „Die Sachverständigen“. 1974 erfolgt die Gründung der FFAT (Film und Fernseh Autoren Team) GmbH mit Peter Lilienthal. Kückelmann hat immer auch die Situation der Jugend in unserer Republik beschäftigt: „Die letzten Jahre der Kindheit“ (1979) ist eine unpathetische Anklage gegen die Gesellschaft, der erschütternde, zwangsläufige Weg eines straffällig gewordenen Jugendlichen in den Selbstmord.

Links:

Filminformationen: www.filmportal.de  www.kinowelt-international.de

(engl.) www.german-films.de

 

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